Bericht Sommerzeltlager 2011

Das zehntägige Zeltlager vom 30.08.-08.09.2011 in Bad Birnbach war ein großer Erfolg. Nach chaotischer Vorbereitung und vielem Ungeklärten, stand dann doch der Großteil kurz bevor die 17 Kinder anreisten.Ein wenig verhalten war die Stimmung der Kinder, als wir sie gleich zu Beginn mit in die nötige  Vollendung der Vorbereitungen einbanden, wie z.B. Zelteschlaftauglich machen. Allerdings legte sich der Unmut gleich, als wir die ersten Kennenlernspiele spielten und mit den Kindern an den angrenzenden Badesee  gingen. Später durften sie auch die Babykatzen kennenlernen, in die sich nicht nur die Mädchen zehn Tage lang verliebten. Natürlich wäre das ein schönes Mitbringsel für Zuhause. Am Abend wurde gemeinsam gekocht und der Tag fand am Lagerfeuer und mit Momo einen gebührenden Aschluss, bevor sich die Kinder in den beiden Schlafzelten zum Träumen legten.
                                     
Am nächsten Morgen war bereits um acht Uhr Aufstehen angesagt, um die gemeinsame Zeit voll ausschöpfen zu können. Frühstück, Kennenlernen, Lachen, im See baden, Spiele begleiteten den Vormittag… und am Nachmittag bekamen wir dann einen Auftrag. Das Reisemagazin „3-Käse-Hoch-Reisen“ ließ uns durch einen Brief wissen, dass wir in ihrem Auftrag in verschiedenste Länder reisen sollten, um die dortigen Lebensverhältnisse bildlich festzuhalten. Als Ausrüstung bekamen wir lediglich ein defektes NaTeBrAG (Navigations-Telegramm-Brieftaubenempfangs-All-in-One-Gerät), das uns, meist über Umwege und unnötigen Zwischenfällen in die verschiedenen Länder führte, in denen wir Bilder von italienischer Kunst, Skandinavischer Mode, halbnackten Uhreinwohnern, tanzenden Argentiniern und kanadischer Wildnis machten.
                                   

Die nächsten Tage verliefen absolut harmonisch, das Wetter machte keine großen Schwierigkeiten. Die Truppe wurde allmählich zu einer Gruppe, Freundschaften wurden geschlossen und keine musste Sorge haben, sich fehl am Platz zu fühlen. Langeweile war ein Fremdwort, das wir gar nicht in unsere Gruppe ließen.

Neben Postkarten basteln, für die Lieben zu Hause, Kissen nähen, Filzen, unsere Trauben zu Gelee verarbeiten, T-Shirts bemalen, Kinoabend, ein blind begehbarer Irrpfad im Wald und viel Gesang waren besonders die nächtliche Waldgeisterbahn, der Asiatag und der Goldgräber Mc Nugget die absoluten Highlights, die im Folgenden geschildert werden.

                                    

Waldgeisterbahn:

Dunkel war es, als die Leiter die Kinder aufforderten sich warm anzuziehen und die Taschenlampen einzupacken. Das klingt doch nach Nachtwanderung, dachten sich die Jungs und jubelten. Aber sie konnten ja nicht ahnen, was da auf sie zukommen sollte. Sie wussten nicht, dass in dem Wald, den sie durchqueren mussten, Irrlichter schon seit tausenden von Jahren nächtliche Wanderer in das tödliche Moor lockten. Der Nebel bedeckte die umliegenden Felder. Hin und wieder war ein Rascheln zwischen den Bäumen zu hören. Huschte da nicht etwas neben den Kindern her? Aus der Ferne ein spitzer, greller Schrei. Ganz in der Nähe platschte etwas im Wasser. Neugierig schlichen die Kinder ans Ufer und spähten in die Dunkelheit. Nur das spärliche Licht einer Fackel durchbrach das sonst bedrohliche Dunkel der Nacht. Da, schon wieder ein Platschen!

Langsam näherte sich eine moorastige, mit Schlamm bedeckte Hand unbemerkt einem Bein. Und zack, packte zu. Ein lautes Geschrei und Gekreische ließ einige friedlich schlafende Enten aufgeschreckt davon fliegen.

Zwischen den Bäumen leuchtete ein Licht auf. Mitten im See, saß auf einem Ast eine nackte Gestalt. Ihr Gesicht wandte sich langsam den Kindern zu, es war mit Schlamm überzogen, in der Hand hielt sie eine Lampe. Auf einmal heulte im Rücken der Kinder ein Motor auf. Panisch liefen die Kinder los. Das Motorengeräusch kam immer näher.  Plötzlich durchbrachen grelle Nebelscheinwerfer das Dunkel und erloschen wieder. Stille, nur das nervöse Getuschel und das laute Atmen der Kinder drang durch die dichten Nebelschwaden zu der verlorenen Dame, die gedankenverloren durch die Nacht torkelt, auf der  Suche nach den Lichtern, die sie verloren hatte. Unruhig flatterte ihr weißes Nachthemd im Wind.

Auf dem Weg zurück zum Lagerplatz begegneten den Kindern nur noch ein rotäugiger Wolf, der am Straßenrand saß und „Hit the road Jack“ sang und ein gefräßiger Werwolf, der die Katzenbabys verspeiste.

                                     

Goldsucher Mc Nugget:

Eines Tages kam ein Arzt in das Gemeinschaftszelt gestürmt und rief: „Das Goldfieber ist wieder ausgebrochen“ Und tatsächlich: Joe Mc Nugget hatte mal wieder das Goldfieber gepackt. Die goldreiche Gegend um den Badeweiher hatte ihn angelockt. Also berieten der Arzt und die Kinder sich, wie sie den Joe von dieser furchtbaren Krankheit befreien könnten, um ihn auch wieder los zu werden. Denn niemand hat gerne einen trinkfreudigen, nostalgischen Ich-Wär-Gern-Cowboy.

Das Wichtigste war, das Gold zu finden, bevor Joe es tat.  Um sein Goldfieber nicht noch mehr steigen zu lassen. Also machten sich die Kinder auf, aber sie mussten sich vor dem, durch das Fieber verrückt gewordenen Joe in Acht nehmen.

Zum Glück konnte der Arzt auch noch Medikamente auftreiben, die das Fieber sänken sollten. Für diese benötigte er aber viel Gold.

Joe war durch die Meute von Kindern, die ihn ständig vom Gold fern hielten und es vor ihm fanden so verzweifelt, dass er sich eine List einfallen ließ. Er rief alle Kinder zu sich und erzählte ihnen eine Geschichte, dass der Arzt eine Intrige gegen ihn, dem harmlosen, liebenswürdigen, Bauern Joe beschworen hatte. Einige Kinder waren so töricht, ihm zu glauben und schleppten ihm das Gold Säckeweise an. Allerdings hielt diese Strategie nicht lange. Die Worte des Arztes waren doch überzeugender.

Letztendlich war die Übermacht so groß, dass Joe sich geschlagen geben musste und ihm gegen seinen Willen eine Überdosis Medikamente verpasst wurde. Nach heftigen Hitzewallungen, Stöhnen und einer Ohnmacht, kam der junge Mann zu neuem Bewusstsein. Gesundet entkleidete er sich und rannte in den See, um von dort aus neue Ufer zu erreichen und dank der Hilfe der Kinder, ein neues Leben anzufangen.

                                    

Der Asia-Tag:

Ein Tag lang Asien und diese exotische Kultur erleben. Natürlich mussten wir dafür erst einmal unsere Sprache und Mode ändern. Also Chinahüte basteln und dabei das unaussplechliche  „r“ durch ein „l“ tauschen. Bevol wil zu Mittag essen sollten – Natülich gab es Leis mit Gemüse und Nüssen in Kokosnusssoße- liefen uns die Tempelflauen zul andächtigen Asiatischen Teezelemonie, mit Kläutel-Duftpfanne und Gesplächen übel Asiatische Leligionen.. Am Nachmittag nahmen wir uns vor das nahe gelegen Dorf Bad-Birnbach zu besuchen, als Asiatische Touristen. Also Chinahüte auf, Mehl ins Gesicht gepudert und Kameras eingepackt. „Dülfen wil ein Foto von Ihnen machen?“ war der Running-Gag, mit dem wir den Einwohnern und Kurgästen entweder Freude bereiteten oder tierisch auf die Nerven gingen –wie eben deren Sinn für Humor gerade ausgerichtet war.  Auf dem Rathausplatz beteten wir Buddha an, was für reichliche Verwunderung unter den Passanten und in den Restaurants sitzenden Gästen sorgte. Am Ende waren sich alle einig, es ein sehr freudiger Ausflug, der mit dem Fazit belegt wurde: „Wil müssen dieses Dolf  in China nachbauen!“

                                    

Alles in Allem war diese Freizeit ein Versuch unserer Seite, der unbedingt wiederholt und ausgebaut werden muss. Das sahen auch die Kinder und die Eltern so. Wir freuen uns daher auf ein Wiedersehen zum nächsten Zeltlager und natürlich auch auf ganz neue Bekanntschaften ;)

 

Zitat eines Kindes nach dem Zeltlager: „ Mama, wir durften fast alles machen, sogar Abspülen“

 

Und das waren die Leiter:

Emo Eitle:                                   Thomas Kienzle:                        Sophia Horsch:

        

Jens Oetken und Zoe:           Sabine Stoecker: (noch kein Foto)

 

 

 

 

 


Nov 06, 2011 | Category: Uncategorized | Comments: 3

 

3 Beiträge


  1. jana kaestel sagt:

    es war richtig richtig cooll.Ich freu mich schon aufs nächste jahr !! :D wir hatten so viel spaß dort, ich kannte keinen dem das zeltlager nicht gefallen hat.
    ich HOFFE nächstes jahr kommen wieder so viele wie letztes jahr
    Ich danke für die schöne zeit dort
    eure jana


  2. Thomas Kienzle sagt:

    super text. mann ich will JETZT SOFORT wieder mit euch ins zeltlager fahren!
    liebe grüße aus aachen!


  3. Patrick Wachsmuth (Mutter)) sagt:

    Patrick (9j) freut sich schon sehr aufs nächste Zeltlager und dass es nächstes Jahr 2 geben soll. Da muss man nicht mehr so lange warten. Toll war der große gefüllte Umschlag der zu uns ins Haus geflattert kahm. Danke dafür!
    Seine Augen strahlen wenn er an die Zeit zurückdenkt, und für mich ist es ein gutes Gefühl, dass er durch dieses (sein 1.) Zeltlager bemerkt hat, dass man gut und gerne eine Zeit lang auch ohne viele materielle Dinge wie Fernseher und Computer auskommt. Richtig zu zelten macht eben Spaß-weiß ich aus eigener Erfahrung.
    Es wäre schade wenn es abgesagt werden müsste.


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